Kopenhagen günstig zu bereisen klingt zunächst wie ein Widerspruch. Die dänische Hauptstadt gilt als eine der teuersten Städte Europas, und schon der erste Kaffee lässt viele Reisende schlucken. Wer aber weiß, wo die Kosten entstehen, kann sie gezielt drücken.
Wir zeigen dir, wie du bei Unterkunft, Nahverkehr, Essen und Eintritten spürbar sparst, ohne auf das Beste der Stadt zu verzichten. Viele Highlights kosten keine Krone. Und weil Kopenhagen eine der fußgänger- und radfreundlichsten Städte der Welt ist, ist die schönste Art der Fortbewegung gleichzeitig die billigste.
Unsere Stadtplanerin Lena Hartmann hat dabei einen besonderen Blick auf die Stadt: Kopenhagen hat seit Jahrzehnten konsequent in Fußgängerzonen, Radwege und öffentliche Räume investiert. Davon profitierst du als Besucherin oder Besucher direkt.
Warum ist Kopenhagen so teuer?
Kopenhagen ist teuer, weil Dänemark hohe Löhne, eine Mehrwertsteuer von 25 Prozent und hohe Abgaben auf Alkohol kombiniert. Das schlägt besonders in Restaurants, Bars und Hotels durch. Lebensmittel im Supermarkt, der Nahverkehr und viele Kulturangebote sind dagegen nur moderat teurer als in deutschen Großstädten.
Genau hier liegt der Schlüssel. Wer in Kopenhagen günstig unterwegs sein will, spart nicht überall ein bisschen, sondern vor allem bei den drei großen Posten: Übernachtung, Restaurantbesuche und Alkohol. Bezahlt wird übrigens in Dänischen Kronen, deren Kurs eng an den Euro gekoppelt ist. Ein Euro entspricht rund 7,46 Kronen.
Kopenhagen günstig übernachten
Die Unterkunft ist meist der größte Kostenblock. Hotelzimmer in zentraler Lage kosten in der Hauptsaison schnell 150 Euro und mehr pro Nacht. Mit etwas Flexibilität geht es deutlich billiger.
Hostels mit Privatzimmern
Kopenhagen hat eine große Auswahl an modernen Hostels, die sich längst nicht mehr nur an Backpacker richten. Häuser wie Steel House Copenhagen, Generator Copenhagen oder Danhostel Copenhagen City bieten neben Schlafsälen auch Doppelzimmer. Betten im Schlafsaal gibt es auf Buchungsportalen ab etwa 17 bis 20 Euro pro Nacht (Stand: Herbst 2026), je nach Datum auch deutlich teurer.
Lage und Reisezeit clever wählen
Du musst nicht in Indre By, der Altstadt, wohnen. Stadtteile wie Nørrebro, Vesterbro oder Sydhavn sind gut an Metro und S-Bahn angebunden und oft günstiger. Achte auf eine Station in Laufweite, dann bist du in zehn bis fünfzehn Minuten im Zentrum.
Auch der Zeitpunkt zählt. Zwischen November und März, ausgenommen die Adventswochenenden, sinken die Preise vielerorts deutlich. Wann du am besten buchst, liest du in unserem Vergleich Frühbucher oder Last Minute. Weitere Tricks findest du im Ratgeber Hotel günstig buchen.
Nahverkehr: Metro, Rad und Fußwege
Das Nahverkehrssystem in Kopenhagen ist effizient, die Metro fährt rund um die Uhr. Die Preise richten sich nach Zonen. Für die meisten Wege im Zentrum reichen zwei Zonen, für die Fahrt vom Flughafen brauchst du drei.
Vom Flughafen in die Stadt
Die Metrolinie M2 verbindet den Flughafen Kastrup direkt mit der Innenstadt. Ein Ticket für drei Zonen kostet ca. 36 Kronen, also knapp 5 Euro (Stand: 2026). Taxis sind ein Vielfaches teurer und auf dieser Strecke selten schneller.
Folge im Terminal 3 den Schildern zur Metro.
Kaufe am Automaten oder in der App Rejsebillet ein Ticket für drei Zonen.
Steige in die M2 Richtung Vanløse.
Fahre bis Kongens Nytorv oder Nørreport, je nach Lage deiner Unterkunft.
City Pass oder Einzeltickets?
Laut VisitCopenhagen gibt es den City Pass in einer kleinen und einer großen Variante. Er erlaubt unbegrenzte Fahrten im zentralen Bereich für eine feste Zahl von Stunden, die große Version schließt den Flughafen ein. Ein Metroticket gilt auch für Busse und Hafenbusse.
Ob sich der Pass lohnt, hängt von deinem Stil ab. Wer ohnehin viel zu Fuß geht, kommt mit wenigen Einzelfahrten oft günstiger weg. Wer Kopenhagen günstig und flexibel erkunden will, kombiniert Fußwege in der Altstadt mit einzelnen Fahrten in die äußeren Viertel.
Kopenhagen günstig mit dem Rad erkunden
Kopenhagen ist eine Fahrradstadt im besten Sinn. Breite, oft baulich getrennte Radwege, eigene Ampelphasen und Brücken nur für Rad- und Fußverkehr machen das Radeln sicher und schnell. Leihräder findest du per App an vielen Ecken, zahlreiche Hostels und Hotels vermieten ebenfalls Räder.
Für Ungeübte gilt: Halte dich rechts, gib vor dem Bremsen oder Abbiegen ein Handzeichen und bleib nie unvermittelt auf dem Radweg stehen. Der Radverkehr ist zur Rushhour dicht und zügig, die Einheimischen erwarten klare Signale.
Aus stadtplanerischer Sicht lohnt ein Blick auf die Fußgängerzone Strøget, die seit den Sechzigerjahren autofrei ist und als Vorbild für viele europäische Innenstädte gilt. Die kompakte Altstadt erschließt du am besten zu Fuß, Nørrebro und Vesterbro mit dem Rad.
Kopenhagen günstig essen und trinken
Restaurantbesuche sind in Kopenhagen der Posten, der das Budget am schnellsten sprengt. Ein Abendessen mit Getränken kann leicht 50 Euro pro Person übersteigen. Mit ein paar Strategien bleibst du deutlich darunter.
Supermärkte wie Netto, Rema 1000 oder Lidl: für Frühstück, Snacks und Picknick am Hafen
Bäckereien: ein Zimtschnecken-Frühstück ist günstiger als jedes Hotelbuffet
Mittagstisch statt Abendessen: viele Restaurants bieten mittags günstigere Gerichte
Streetfood: der Markt Reffen auf Refshaleøen hat täglich von 11.30 bis 20.30 Uhr geöffnet
Leitungswasser: in Dänemark von hervorragender Qualität, nimm eine Trinkflasche mit
Alkohol: Bier und Wein kosten in Bars viel, im Supermarkt deutlich weniger
Trinkgeld ist in Dänemark nicht verpflichtend, da der Service im Preis enthalten ist. Bezahlen kannst du fast überall mit Karte, manche Lokale nehmen gar kein Bargeld mehr. Eine Karte ohne Auslandsgebühren spart hier bei jeder Zahlung, mehr dazu in unserem Ratgeber zur Kreditkarte für Reisen.
Kostenlose Highlights in Kopenhagen
Viele der eindrucksvollsten Orte der Stadt kosten keinen Eintritt. Gerade hier zeigt sich, dass Kopenhagen günstig sein kann, wenn du den öffentlichen Raum nutzt, den die Stadt so sorgfältig gestaltet hat. Mit diesen Zielen kannst du Kopenhagen günstig und trotzdem intensiv erleben:
Aussichtsturm von Christiansborg: Blick über die Dächer der Altstadt bei freiem Eintritt
Nyhavn: der bunte Hafenkanal, am schönsten am frühen Morgen
Superkilen in Nørrebro: ein rund 750 Meter langer Stadtpark mit Objekten aus aller Welt
Assistens Kirkegård: der Friedhof, auf dem Hans Christian Andersen und Søren Kierkegaard begraben sind
Freistadt Christiania: das alternative Viertel, in dem du respektvoll unterwegs sein und die Hinweise der Bewohner beachten solltest
Hafenbad Islands Brygge: im Sommer kostenloses Schwimmen mitten in der Stadt
Museen mit freiem Eintritt
Die Ny Carlsberg Glyptotek, eine der schönsten Kunstsammlungen Nordeuropas mit einem Wintergarten unter Glaskuppel, ist laut Museumswebsite am letzten Mittwoch jedes Monats kostenlos. Montags bleibt das Haus geschlossen. Prüfe vor deiner Reise auch bei anderen Museen, ob es Tage mit freiem Eintritt gibt.
Belohnungen mit CopenPay
Mit der Initiative CopenPay belohnt die Stadt umweltfreundliches Verhalten. Wer zum Beispiel mit dem Rad anreist, mit dem Zug kommt oder beim Müllsammeln am Hafen hilft, bekommt bei teilnehmenden Partnern etwa einen Kaffee, eine Führung oder vergünstigten Museumseintritt. Seit dem 22. Juni 2026 läuft das Programm laut VisitCopenhagen ganzjährig.
Lohnt sich die Copenhagen Card?
Die Copenhagen Card lohnt sich nur, wenn du an jedem Tag mindestens zwei bis drei kostenpflichtige Attraktionen besuchst. Sie enthält Eintritt zu über 80 Sehenswürdigkeiten und alle Fahrten mit dem Nahverkehr der Hauptstadtregion inklusive Flughafen. Für Sparfüchse, die viel draußen unterwegs sind, rechnet sie sich oft nicht.
Die Preise für Erwachsene laut offizieller Preisliste (Stand: Herbst 2026):
24 Stunden: ca. 589 Kronen bzw. 79 Euro
48 Stunden: ca. 859 Kronen bzw. 115 Euro
72 Stunden: ca. 1.039 Kronen bzw. 140 Euro
120 Stunden: ca. 1.419 Kronen bzw. 190 Euro
Rechne vorher nach: Liste deine Wunschziele mit Eintrittspreisen auf und vergleiche die Summe mit dem Kartenpreis. Bis zu zwei Kinder bis elf Jahre können laut Anbieter mit einer Erwachsenenkarte mitkommen, was die Karte für Familien attraktiver macht.
Beispielbudget: Kopenhagen günstig in drei Tagen
Damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst, haben wir ein sparsames Tagesbudget pro Person grob überschlagen. Die Werte sind Richtwerte und schwanken je nach Saison:
Bett im Hostel oder geteiltes Privatzimmer: ca. 25 bis 60 Euro
Frühstück und Mittag aus Bäckerei und Supermarkt: ca. 15 bis 20 Euro
Abendessen im Streetfood-Markt: ca. 15 bis 25 Euro
Nahverkehr oder Leihrad: ca. 5 bis 15 Euro
Eintritte: 0 bis 20 Euro, wenn du die kostenlosen Highlights nutzt
So landest du bei etwa 60 bis 140 Euro pro Tag. Das ist für Kopenhagen ein realistischer Rahmen, mit dem du die Stadt ohne ständigen Verzicht genießt. Wer mit dem Zug anreist, spart zudem oft gegenüber dem Flug samt Transfer. Ideen dazu findest du in unserem Beitrag zum Wochenendtrip mit dem Zug.
Fazit: Kopenhagen günstig ist eine Frage der Strategie
Die dänische Hauptstadt wird nie ein Billigziel sein. Doch die größten Kosten lassen sich gezielt senken: Wohne in einem guten Hostel oder in einem Stadtteil außerhalb der Altstadt, iss mittags statt abends auswärts und hol dir Snacks im Supermarkt.
Den Rest schenkt dir die Stadt selbst. Radwege, Hafenpromenaden, Parks und Aussichtspunkte kosten nichts und zeigen dir Kopenhagen so, wie die Einheimischen es erleben. Mit dieser Strategie bleibt am Ende sogar Geld für ein besonderes Abendessen übrig.
Kopenhagen günstig: häufige Fragen
Wie viel Geld brauche ich pro Tag in Kopenhagen?
Mit einem sparsamen Reisestil solltest du in Kopenhagen mit etwa 60 bis 140 Euro pro Tag rechnen. Darin enthalten sind ein Bett im Hostel, Essen aus Bäckerei, Supermarkt und Streetfood-Markt, Nahverkehr und einige Eintritte. Wer im Hotel übernachtet und abends im Restaurant isst, sollte eher mit 200 Euro und mehr pro Tag planen.
Was kostet die Metro vom Flughafen Kopenhagen in die Stadt?
Für die Fahrt mit der Metrolinie M2 vom Flughafen Kastrup ins Zentrum brauchst du ein Ticket für drei Zonen. Es kostet ca. 36 Kronen, also knapp 5 Euro (Stand: 2026). Du kaufst es am Automaten im Terminal oder in der App Rejsebillet. Die Fahrt bis Kongens Nytorv dauert nur wenige Minuten länger als eine Viertelstunde.
Wann ist die Glyptotek in Kopenhagen kostenlos?
Die Ny Carlsberg Glyptotek ist laut Museum am letzten Mittwoch jedes Monats kostenlos zugänglich, und zwar für das gesamte Haus. An anderen Tagen zahlst du Eintritt, beim Onlinekauf gibt es einen kleinen Rabatt. Montags ist das Museum geschlossen. Rechne an den freien Tagen mit mehr Besuchern und plane am besten den Vormittag ein.
Lohnt sich die Copenhagen Card für Sparfüchse?
Die Copenhagen Card lohnt sich nur, wenn du täglich mehrere kostenpflichtige Attraktionen besuchst. Die 24-Stunden-Karte kostet für Erwachsene ca. 589 Kronen, also rund 79 Euro. Sie enthält über 80 Sehenswürdigkeiten und den Nahverkehr inklusive Flughafen. Wer vor allem kostenlose Highlights nutzt und viel zu Fuß geht, fährt mit Einzeltickets meist günstiger.
Wie kann ich Kopenhagen günstig erleben, ohne auf Highlights zu verzichten?
Kombiniere kostenlose Ziele mit wenigen bezahlten Höhepunkten. Der Aussichtsturm von Christiansborg, Nyhavn, Superkilen, Christiania und die Hafenpromenaden kosten nichts. Spare bei Unterkunft und Abendessen, indem du im Hostel wohnst und mittags auswärts isst. Mit einem Leihrad erreichst du außerdem fast alle Viertel schnell und günstig.
